FURUSATO - Die wunde Heimat

Zum Fukushima-Jahrestag kommt ein neuer Dokumentar-Film in die Kinos, der auch im Obscura in Ulm zu sehen ist. Termine:

Mittwoch, 7. März 2018 um 19 Uhr mit Regisseur Thorsten Trimpop und
Sonntag, 11. März 2018 um 15 Uhr, weitere Termine sind vorgesehen.

Warum leben Menschen in einer Gegend, von der sie wissen, dass von ihr eine unsichtbare tödliche Gefahr ausgeht? Dieser Frage spürt Thorsten Trimpop in seinem neuen preisgekrönten Dokumentarfilm "FURUSATO - die wunde Heimat" nach. Die Grenze der Evakuierungszone, 20 km von den Reaktor-Ruinen von Fukushima entfernt, verläuft durch Minamisoma. Trimpop besuchte diese Stadt und kehrte im Laufe von vier Jahren immer wieder zu ihr zurück. Es wuchs ein Vertrauensverhältnis der dort lebenden Menschen zu ihm, sie wurden offener, und so wurden einfühlsame Porträts möglich.

Der Regisseur Thorsten Trimpop kommt zur Aufführung am 7. März um 19 Uhr nach Ulm ins Obscura. Vertreter/innen des Ulmer Bündnisses Atomausstieg jetzt! werden für Fragen, v.a. zu Gundremmingen zur Verfügung stehen. Der Zusammenhang: Der GAU in Fukushima veränderte die Haltung der Bundesregierung zur Risiko-Bewertung der Atomenergie und führte noch 2011 zur Stilllegung von etwa der Hälfte der AKWs. Doch sieben Reaktoren, auch Block C in Gundremmingen, produzieren noch immer Strom und hochradioaktiven Müll.

www.furusato-film.com


Gundremmingen: Noch ein Reaktor am Netz

In Gundremmingen wurde Ende 2017 der Reaktorblock B abgeschaltet. Doch der verbliebene Block C beinhaltet die gleichen Risiken, die vielfach in Studien und Gutachten dokumentiert wurden. Er soll noch weitere 4 Jahre Strom und Atommüll produzieren. Diesen Stom braucht keiner und er behindert massiv die Energiewende. Deshalb gilt weiterhin: Abschalten vor dem GAU! Die Vorkehrungen für den Ernstfall sind völlig unzureichend, soweit sie bekannt sind.


Fukushima weiter außer Kontrolle

Was ist los in Fukushima?
Am 11.03.2011, ereignete sich ein 3-facher Super-GAU. Die zerstörten Reaktoren sowie die großen Abklingbecken für verbrauchte Spaltelemente werden weiterhin unter haarsträubenden Bedingungen mit Unmengen von Wasser von außen gekühlt. Jeden Tag entweicht radioaktives Kühlwasser in den Pazifik und gelangt so in die Nahrungskette.

Die Lage in Japan ist nicht beherrschbar!
Die geschmolzenen Reaktorkerne mit ihrer tödlichen Radioaktivität machen es bis heute fast unmöglich, dass Menschen in den Ruinen arbeiten. Der japanische Energieversorger TEPCO schickt „Wegwerfarbeiter“ in die verstrahlten Bereiche. Die Fundamente bröckeln. Es droht der Einsturz der AKW-Gebäude – mit weiteren katastrophalen Auswirkungen. Möglicherweise für die ganze Welt.

Was sind die Folgen für uns Menschen?
Schon aus Tschernobyl kennen wir die erhöhte Säuglingssterblichkeit, Schilddrüsenanomalien und Schilddrüsenkrebs bei Kindern. Auch in Japan ist dies bereits sichtbar. TEPCO und die japanische Regierung leugnen dies. Sie treiben in unverantwortlicher Weise die Rückkehr der evakuierten Menschen in die verstrahlten Zonen voran.

Fukushima mahnt uns zum Handeln!
Atomkatastrophen können überall stattfinden. Heute oder morgen. Hier oder anderswo. Der Weiterbetrieb von AKWs ist auch bei uns nicht zu verantworten!
Deshalb den Atomausstieg beschleunigen – Energiewende jetzt!

Flyer Mahnwache 10.03.2014


Die Risiken des AKW Gundremmingen

Am 12.11.2013 stellte Prof. Wolfgang Renneberg seine Studie "Risiken des Betriebs des Kernkraftwerks Gundremmingen unter besonderer Berücksichtigung der beantragten Leistungserhöhung" an der Uni Augsburg vor. Das FORUM hatte sie in Auftrag gegeben. Die SWP berichtete bereits vorab darüber: SWP-Artikel

Die aktuelle Studie offenbart, dass der Betrieb des AKW hoch riskant ist. Zudem fällt das AKW Gundremmingen seit 3 Jahren mit Meldungen über undichte sog. Brennelemente auf, für die Raimund Kamm den Begriff Spaltelemente prägte. Bei der letzten Meldung hierzu, der dritten in diesem Jahr, wird darauf hingewiesen, dass der Reaktor nicht - wie bisher üblich - herunter gefahren werde. Der Reaktor sei für solche Betriebssituationen mit Filtersystemen ausgelegt. Damit wird zugegeben, dass diese Situation zur vermehrten Freisetzung von radioaktiver Strahlung führt und es bleibt unklar, wie effektiv diese Filter sind. Man scheint sich an den Zustand mit undichten Spaltelementen zu gewöhnen.

Risikostudie Prof. Renneberg | Pressemitteilung FORUM 12.11.2013



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